EZB senkt Leitzins auf historisches Tief

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) beabsichtigt, durch weitere „geeignete Maßnahmen“ die „Euro-Krise einzudämmen“, war seit Wochen immer wieder in den Medien zu lesen und zu hören. Natürlich unter der Voraussetzung, dass diese die Bilanz der EZB nicht gefährden würden, wie EZB-Präsident Mario Draghi in Brüssel verkündete. Es sei ja der Auftrag der EZB, für die Finanzstabilität der Eurozone Sorge zu tragen. Seine Aussage war die Antwort auf die Frage, ob der Euro-Rettungsfonds eine Banklizenz erhalten soll. Denn nur so kann er sich direkt bei der EZB Geld leihen.

Gesagt, getan: Bereits letzte Woche senkte die EZB den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf ein historisch tiefes Niveau von 0,75 %. Einer der Gründe für diesen Schritt sei, die Unternehmen mit billigen Krediten zu versorgen, um dadurch wiederum der Wirtschaft im Euroland unter die Arme zu greifen. Letzten Endes verspreche sich die EZB dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ein niedriger Leitzins ist nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für Verbraucher, die Privatkredite brauchen, von Vorteil. Zumal die Kreditzinsen am Leitzins gekoppelt sind und ebenfalls gesenkt werden können.

An der jeweiligen Höhe des Leitzinses sind allerdings auch etliche Geldanlageprodukte gekoppelt. Allen voran das beliebte Tagesgeld, das – wie der Name es ja verrät – am stärksten und schnellsten mit dem Leitzins schwankt. Theoretisch darf der Tagesgeldzinssatz täglich angepasst werden. Zum Glück handhaben es die Anbieter unterschiedlich und geben ihre Zinsgarantien in der Regel für einen Monat oder für ein Quartal. Freuen kann sich heute vor allem ein Sparer, der ein Tagesgeldkonto bei einer Bank, die den Zinssatz sogar sechs Monate nach Kontoeröffnung garantiert, hat. Hier zahlt es sich daher aus, ein Tagesgeldkonto bei einem Anbieter, der den aktuellen Tagesgeld-Zinssatz immer für eine längere Zeitspanne festlegt, zu haben. Das Gute am Tagesgeld ist andererseits, dass es täglich kündbar ist und das Kapital nicht „in der Falle“ sitzt.

Das Festgeld zahlt sich wiederum dank der längeren Laufzeit gerade bei fallendem Leitzinssatz aus.